Wir alle sind betroffen, wütend und voller Trauer über den terroristischen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin.

Unsere Gedanken sind zuerst bei den Angehörigen und Freund*innen des Todesopfers, den Verletzten und allen, die den Anschlag erleben mussten.

Ihnen gehört unsere Solidarität und wir wünschen Ihnen viel Kraft in dieser schwierigen Zeit.

Der CSD ist ein lebendiges Symbol für die Rechte, die Sichtbarkeit und die Freiheit von queeren Menschen und steht für die Befreiung aus Unterdrückung, Hass und Gewalt.
Viele von uns waren am Samstag auf der Straße, um die in vielen Jahren erkämpften und durchgesetzten queeren Rechte in dieser Stadt, in diesem Land und auf unserem Globus zu feiern und zu verteidigen. Und auch in Zukunft werden wir weiter für diese Werte auf die Straße gehen und miteinander feiern – jetzt erst recht!

Dieser Anschlag am Samstagabend wurde von einem in Berlin geborenen jungen Mann begangen, der sich offenbar in einer schwierigen Lebensbiographie ideologisch radikalisiert und bei dem sich ein großer Hass gegen eine offene, freie und vielfältige Gesellschaft gefestigt hat. Dieser Hass wächst in einem Klima, in dem unterschiedliche religiöse, politische und gesellschaftliche Kräfte die verfassungsmäßigen Rechte einer offenen und selbstbestimmten Lebensführung zurückdrängen möchten. Beleidigungen, Übergriffe und Angriffe auf queere Personen nehmen zu. Unsere Gedanken sind bei den Menschen, die sich zunehmend bedroht fühlen.

Als Träger der Jugendhilfe werden wir weiterhin unserer Verantwortung nachkommen, die Lebens- und Entwicklungsbedingungen von jungen Menschen und Familien zu unterstützen, um ein selbstbestimmtes und sicheres Leben führen zu können. Wir treten mit aller Entschlossenheit sozialer Ungerechtigkeit und demokratiefeindlichen Strukturen entgegen.

Jede Form von Instrumentalisierungen und Vereinnahmungen für politische Zwecke, die selbst von Ausgrenzung und Diskriminierung geprägt sind, müssen zurückgewiesen werden.
Politisch befürworten wir es, die Rechte queerer Menschen zu stärken, dem Schutz vor Benachteiligungen Verfassungsrang zu geben und für ein möglichst sicheres Leben in Berlin und überall zu sorgen.

Wir schließen uns der Stellungnahme des Paritätischen Wohlfahrtsverband an: https://www.paritaet-berlin.de/aktuelles/detail/csd-berlin-bestuerzung-ueber-den-mutmasslichen-anschlag-und-solidaritaet-mit-den-opfern

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