Mobiler Familienrat Neukölln Nord

Wenn Familien allein nicht weiterkommen, kann ein Familienrat helfen.

Herausforderungen im Familienleben, Erziehungsprobleme oder ungelöste Konflikte können den Alltag von Familien beeinträchtigen. Auf der Suche nach einer guten Lösung bietet ein Familienrat Unterstützung. Der Familienrat bringt Verwandte, Freund*innen, Nachbar*innen und andere Vertraute zusammen, um gemeinsam zu klären:

  • Was beschäftigt uns?
  • Was brauchen wir?
  • Wer kann unterstützen?
  • Und wie könnte eine passende Lösung aussehen?

Die Familie entscheidet selbst – nicht Fachkräfte.

Ein*e Familienratskoordinator*in begleitet bei Vorbereitung und Organisation, informiert alle Beteiligten und sorgt dafür, dass alle gehört werden.

Der Familienrat stärkt Familien dabei, eigene Lösungen zu finden, vorhandene Stärken zu nutzen und Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld einzubeziehen.

 

Wie kommt ein Familienrat zustande?

Ein Familienrat kann gemeinsam mit einer Fachkraft, zum Beispiel aus dem Jugendamt, angeregt werden. Oder die Familie wendet sich selbst an das Familienratsbüro Neukölln Nord.
Gemeinsam wird zunächst besprochen, worum es geht und welche Frage oder Sorge im Familienrat geklärt werden soll.

 

1. Vorbereitungsphase

Vor dem eigentlichen Familienrat plant die Familie gemeinsam mit der/dem Koordinator*in das Treffen.

  • Wo und wann soll der Familienrat stattfinden?
  • Wer soll dabei sein? Das können Bezugspersonen sein z.B. die Großeltern , Freunde, Lehrer*innen u.a.
  • Wie können Kinder und Jugendliche gut beteiligt werden?
  • Was braucht es, damit sich alle sicher und wohl fühlen und zu Wort kommen können?
  • Welche Informationen braucht die Familie, um eine gute Entscheidung treffen zu können?
  • Wer kann diese Informationen zur Verfügung stellen?

Die Familie bestimmt dabei so weit wie möglich selbst, wie ihr Familienrat aussehen soll.

 

2. Der Familienrat

Findet an einem Tag statt und gliedert sich in drei Phasen:

(A) Informationsphase

Zu Beginn kommen alle Beteiligten des Familienrates also die Familie, Bezugspersonen und Fachkäfte zusammen. Die Sorgen und Fragen um die es im Familienrat geht, werden noch einmal erklärt. Alle wichtigen Informationen werden zusammengetragen und letzte offene Fragen geklärt.
Danach verlassen die Fachkräfte sowie die Familienratskoordinatorin den Familienrat.

(B) Die Family-Only-Phase

Die Familie und ihr Netzwerk beraten sich in Ruhe miteinander. Die Famile erarbeitet selbstständig einen Lösungsplan.

  • Was wollen wir verändern?
  • Wer kann was wann übernehmen?
  • Was brauchen wir dafür?

Das kann sehr konkret werden, z.B. der Großvater holt jeden nachmittag zu einer bestimmten Zeit das Kind aus der Kita, eine Freundin der Familie geht mit dem Kind jeden Montag zum Sport…

(C) Konkretisierungsphase

Wenn die Familie fertig ist, werden die/der Koordinator*in und gegebenenfalls die beteiligte Fachkraft wieder dazu geholt.

Die Familie stellt ihren Plan vor. Gemeinsam wird darauf geschaut, ob alles verständlich und konkret vereinbart ist: Wer macht was – wann und wie? Anschließend wird der gemeinsame Plan festgehalten und unterschrieben.


3. Der Folgerat

Nach ungefähr acht Wochen findet ein Folgerat statt. Gemeinsam wird geschaut:

  • Was hat gut funktioniert?
  • Was hat sich verändert?
  • Wo braucht es vielleicht noch eine Anpassung?

Wenn der Plan funktioniert, ist der Familienratsprozess abgeschlossen. Sind noch Veränderungen notwendig, kann die Familie erneut gemeinsam überlegen und ihren Plan anpassen.


 

Was macht einen Familienrat besonders?

Ein Familienrat setzt darauf, dass Familien Expert*innen für ihr eigenes Leben sind.

Die Familie wird nicht allein gelassen – aber sie bekommt den Raum, ihre eigenen Ideen, Beziehungen und Stärken zu nutzen.
Die Familie behält die Verantwortung für ihre Entscheidungen.

Erfahrungen aus der Kinder-und Jugendhilfe haben gezeigt: Lösungen wirken besonders nachhaltig, wenn Familien aktiv beteiligt werden und Verantwortung für die Umsetzung übernehmen.