Famino wird 20! – Zwei Jahrzehnte Krisenhilfe in Schöneberg

„Famino“ – das steht für Familienaktivierung und Inobhutnahme. Die Kriseneinrichtung in Friedenau bietet Jugendlichen, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr zu Hause bleiben können, seit 20 Jahren ein sicheres Zuhause auf Zeit.

Doch als Famino vor zwei Jahrzehnten an den Start ging, sahen die Lebenswelten junger Menschen noch ganz anders aus. René Pusch, Bereichsleitung Therapeutisches Wohnen Gemini und Famino, blickt in seiner Rede zurück: „Als unsere Einrichtung vor 20 Jahren eröffnet wurde, war die Welt eine andere. Nicht unbedingt besser oder schlechter, aber anders. Es gab kein Smartphone in jeder Hosentasche. TikTok und Instagram existierten nicht … und die Vorstellung, jederzeit erreichbar und sichtbar zu sein, gehörte nicht selbstverständlich zum Alltag junger Menschen. Heute haben junge Menschen Möglichkeiten, die wir uns damals kaum vorstellen konnten. Sie können sich informieren, vernetzen, ihre Stimme erheben und ihr Leben freier gestalten. Gleichzeitig erreichen sie Krisen, Konflikte, Erwartungen und Vergleich rund um die Uhr.

Unverändert geblieben ist „Junge Menschen brauchen Ansprechpartner*innen und Orte, die nicht verlangen, dass sie bereits wissen, wer sie sein sollen. Orte, an denen sie Fehler machen können. Menschen, die bleiben, wenn es schwierig wird. Und die ihnen zutrauen, dass aus einer Krise etwas Neues entstehen kann.“



 

Die Geschichte von Famino begann 2006, als die Träger Jakus, Independent Living und Jugendwohnen im Kiez gemeinsam einen Antrag für Hilfen für Kinder und Jugendliche in Schöneberg stellten. Das Ziel: Kriseneinrichtung und Betreutes Wohnen eng miteinander zu vernetzen und aufeinander aufzubauen. Gestartet ist Famino damals in der Holsteiner Straße und nahm ursprünglich Kinder ab 6 Jahren auf. Später zog die Einrichtung in die Sponholzstraße – den heutigen Standort – und konzentrierte sich im Laufe der Jahre auf Jugendliche.

Während sich vom damaligen Gründungsteam heute noch zwei Kolleg*innen (Ingo und Aliki) an Bord befinden, hat sich im Alltag viel getan. So wurden beispielsweise Doppelschichten eingeführt. Seit zwei Jahren bereichert zudem Carla als psychotherapeutische Fachkraft das Team: Sie unterstützt nicht nur die Jugendlichen direkt, sondern bietet auch Angebote für die Mitarbeitenden.

Auch in Zukunft wird sich Famino stetig weiterentwickeln, denn die Lebenswelten junger Menschen und die Anforderungen der Gesellschaft verändern sich rasant. René Pusch weiß, dass bestimmte Dinge bleiben: „Dass junge Menschen hier ernst genommen werden, Dass wir auch in schwierigen Situationen nicht vorschnell aufgeben. Das wir gemeinsam immer wieder nach Perspektiven suchen. 

Belinda Hanke, Geschäftsführung und René Pusch danken allen Mitarbeitenden und Unterstützer*innen von Famino.

„20 Jahre sind ein Grund zu feiern. Nicht, weil immer alles perfekt gelaufen ist, sondern weil hier seit 20 Jahren Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, wenn junge Menschen Unterstützung brauchen. Darauf können wir stolz sein, und dafür möchte ich heute Danke sagen.“ so René Pusch

Film: 20 Jahre Famino

Hier geht es zur Einrichtung Famino