Leichte Sprache
Teamfahrt an den Werbellinsee
Sozialpädagog*innen sind konstant auf Suche nach Methoden, die Kompetenzen junger Menschen noch sichtbarer machen und zum Tragen bringen. Susanne Töpfer, Dozentin für Erlebnispädagogik an der Alice-Salomon-Hochschule gab Input dafür.

Ihr bereitet einen guten Handlungsplan vor und einen Plan B, denn es wird immer anders laufen.
Wie abenteuerlustig seid ihr? Erlebnispädagogik ist mehr als Klettern oder Abenteuer. Sie ist ein ganzheitliches Bildungskonzept, das Menschen körperlich und psychisch anspricht, nicht alltägliche Arrangements schafft und Entwicklung fördert. Wesentliche Säulen sind Herausfordern, Teilhabe, Kommunikation und Mut zur Verantwortung: Menschen übernehmen Führung, probieren aus und lernen gemeinsam.

Erlebnispädagogik funktioniert nur mit Authentizität. Ziel ist nicht, Grenzen zu überwinden um jeden Preis, sondern Grenzen zu erkennen, sie zu dehnen und daran zu wachsen. Lernen durch Erleben heißt: ausprobieren, Fehler machen, daraus lernen und das Erfahrene in den Alltag übertragen. Die E-Kette — Ereignis, Erlebnis, Erfahrung, Erkenntnis — zeigt, dass erst durch Reflexion aus einem Erlebnis nachhaltiges Lernen wird. Deshalb muss vorab klar sein, was erreicht werden soll.



Praktische Aufgaben fördern unterschiedliche Fähigkeiten: Ob als Gruppe mit verbundenen Augen Wege finden, Feuer machen, Türme bauen oder ein Labyrinth gemeinsam durchlaufen — solche Aufgaben trainieren Problemlösung, Ausprobieren und Fehlerkultur. Sozialbeziehungen spielen dabei eine große Rolle: Nur im gemeinschaftlichen Austausch funktionieren viele Übungen. Erlebnispädagogik macht deutlich, dass nicht nur sportliche Stärke zählt — Kreativität, Ausdauer, Kommunikationsfähigkeit und strategisches Denken sind ebenso wichtig. Spiel lässt sich erweitern und an die Gruppe anpassen, sodass alle Jugendlichen Stärken einbringen können.

Für Jugendwohnen im Kiez heißt das konkret: Angebote so gestalten, dass sie niedrigschwellig sind, sichere Risikofelder bieten und Raum für Reflexion lassen. So entstehen echte Lernmomente, die langfristig in den Alltag tragen und Teilhabe sowie persönliche Entwicklung fördern.


Am Nachmittag ging es in 4er Kajaks, 2er Kanus oder Tretbooten raus auf den See, die ganz Mutigen haben gebadet. Diesem Erlebnis konnte sich keiner entziehen. Die Emotionen „brodelten“ im Abenteuercamp, mit Beats von DJ Arara, am Foodtruck und mit illuminierten Krokodilen am Steg. Tolle Teamfahrt und super Gemeinschaft! Um einge Erfahrungen reicher bleibt die Erkenntnis, wenn alle mitmachen, gelingt Teamfahrt.

Einen riesigen Dank an das Orgateam. Es war perfekt organisiert!
