Start der Workshopreihe: Rassismussensible Arbeit bei Jugendwohnen im Kiez

Am 29. April begann bei Jugendwohnen im Kiez der erste von drei Workshops zur rassismussensiblen Arbeit. Vorausgegangen war im Frühjahr ein erster Workshop, der deutlich machte: Dieses Thema braucht mehr Raum und dauerhafte Unterstützung. Der Auftakt war intensiv, an manchen Stellen überraschend – und macht Lust auf die nächsten Termine.

Wer war dabei und worum geht’s?

Teilgenommen haben Fachkräfte aus dem betreuten Wohnen, Erziehungswohngruppen, therapeutischen Angeboten und familienaktivierenden Projekten. Ziel der Reihe ist nicht nur Wissensvermittlung: Es geht darum, professionelle Haltung zu stärken und praxisnahe Handlungsoptionen für rassistische Vorfälle zu erproben — im Kontakt mit Betroffenen, im Team und in Kooperation mit anderen Institutionen.

Ablauf des ersten Tages

Der Tag begann locker: Einstiegsübungen zu zweit schafften Raum für Austausch, bevor persönliche Erfahrungen mit rassistischen Äußerungen offen geteilt wurden. Ein kompakter Theorie-Input klärte wichtige Begriffe wie Rassismus, Diskriminierung und Antisemitismus und schuf eine gemeinsame Grundlage.

Praxis nah am Alltag

Im spannendsten Teil arbeiteten die Gruppen an konkreten Fallbeispielen aus Jugendclub, Sportverein, Wohngruppe oder WhatsApp‑Chats — auch geteilte Inhalte auf TikTok wurden diskutiert. Im Mittelpunkt standen präventive Schritte, Moderationstechniken, respektvolle Nachfragen und Gesprächsführung: Werkzeuge, mit denen Konflikte nicht eskalieren, sondern konstruktiv gelöst werden können.

Was geübt wurde

  • Rassistische Situationen erkennen und benennen
  • Gesprächs- und Interventionsmethoden praktisch erproben (im Umgang mit Betroffenen, Kolleg*innen und Institutionen)
  • Eigene Grenzen reflektieren; Prävention und Nachsorge planen
  • Eigene Fälle einbringen und gemeinsam besprechen

Warum das wichtig ist

Der erste Workshop machte deutlich, wie vielschichtig rassistische Situationen sein können und wie schmal die Grenze zwischen Alltagsformulierungen und strukturellem Rassismus ist. Teilnehmende berichteten, dass sie ihre Haltung geschärft und konkrete Methoden für den Berufsalltag mitgenommen haben.

Wie es weitergeht

Die Reihe umfasst drei Termine (29.04.26; 22.06.26; 05.10.26) und wird von der Ju:an Praxisstelle (Amadeu‑…‑Stiftung) organisiert. Teilnehmende werden als Multiplikator*innen ausgebildet und geben ihr Wissen weiter, damit die Inhalte dauerhaft in die Einrichtungen getragen werden. Voraussetzung ist Basiswissen zu Antirassismus (Rassismusverstehen, Rassismuskritik, Privilegienbewusstsein) — Unsicherheiten sind willkommen und können in der Reihe bearbeitet werden.

 

Teilnehmer*innen sitzen im Seminarraum an Tischen und schauen auf die Präsentationswand

Fazit der Teilnehmenden

Der erste Tag hat motiviert: Die Kombination aus Theorie, praktischen Übungen und dem Austausch mit Kolleg*innen war direkt anwendbar. Alle blicken gespannt auf die nächsten Module und darauf, weiter an rassismussensibler Praxis zu arbeiten.