TWG Gemini I, II und III

Therapeutische Wohngruppen

Die Therapeutischen Wohngruppen (TWG) bieten Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit schwerwiegenden psychischen Problemen oder Erkrankungen ein Betreuungs- und Wohnangebot in einem sozialtherapeutischen Milieu.

Die Zielsetzung der Betreuung in der TWG ist die Stabilisierung und Gesundung sowie die Nachreifung und Nachsozialisierung der betreuten Jugendlichen, die weitest mögliche Verselbstständigung sowie die Entwicklung einer Lebensperspektive. Die beiden Wohngruppen befinden sich in den Regionen Kreuzberg und Neukölln.

Therapeutische Wohngruppe 2 Gemini

Die Therapeutischen Wohngruppen sind eine Schnittstelle zwischen der Jugendhilfe und der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die Gruppengröße von sechs Jugendlichen je Wohngruppe und eine 24h-Betreuung ermöglichen eine intensive Begleitung der Jugendlichen. Neben den gemeinsam genutzten Räumen, wie Gruppenraum, Küche und Bad bieten die Wohnungen für jede*n Jugendliche*n ein eigenes Zimmer. Die Bewohner*innen sind, mit Unterstützung der Betreuenden, selbst für den Haushalt zuständig. Einmal die Woche findet ein Gruppenabend statt, bei dem bspw. Themen des Zusammenlebens besprochen werden.

 

Wir nehmen auf

Menschen im Alter von 14 – 21 Jahren mit folgenden Problemlagen:

  • Depressionen, Ängste und Panikstörungen
  • Zwänge
  • Essstörungen
  • beginnende Persönlichkeitsstörungen, wie z.B. emotional instabile Entwicklung (vom Impulsiven- oder Borderline-Typus)
  • psychotische Störungen mit psychiatrischer Versorgung
  • schwere Familienkonflikte
  • Traumatisierungen
  • Suizidalität, Autoaggression, selbstverletzendes Verhalten
  • Hyperaktivität
  • mangelhafte soziale Bewältigungsstrategien und gestörtes Sozialverhalten

Es muss eine Bereitschaft, sich auf TWG-Setting und Therapie einzulassen, erkennbar sein.

 

Ziele

Die Entwicklung einer Lebensperspektive, die weitmöglichste Verselbständigung aber auch die Vorbereitung auf ein Leben mit den psychischen Problemen sind Kernaspekte der Betreuung. Dabei sind die Erweiterung der Handlungskompetenzen und die Verantwortungsübernahme wichtige Teilziele.

 

Wie wir arbeiten

Ein therapeutisches Milieu beinhaltet die Einbeziehung und Deutung von Störungsbild, Ressourcen und Gruppendynamik in die Wahrnehmung der Jugendlichen durch die Betreuer*innen. Die Gestaltung des therapeutischen Milieus wird durch Integration psychotherapeutischen Wissens in die wöchentliche, prozessorientierte Fallberatung durch Anleitung von Therapeut*innen gewährleistet. Es werden gemeinsam Betreuungskonzepte für die Jugendlichen erarbeitet, Art und Umsetzung von Interventionen vorbereitet und die Ergebnisse ausgewertet und abgestimmt.

 

Die Betreuung wird Ausgestaltet durch:

  • gemeinschaftliches Zusammenleben in der Wohngruppe mit anderen jungen Menschen und den damit verbundenen positiven Erfahrungen und Konflikten, welche die sozialen Handlungskompetenzen erweitern,
  • Anbindung der Jugendlichen an eine*n Psychotherapeuten*in und/oder Psychiater*in,
  • ressourcenorientierte Einzel- und Gruppengespräche,
  • Berücksichtigung der Störungen/Defizite und Krisenintervention,
  • familientherapeutische Gespräche mit den Beteiligten,
  • Vermittlung und Begleitung in Schule und Ausbildung oder tagestrukturierende Angebote.

 

Das Team

Besteht aus sechs Erzieher*nnen und Sozialpädagog*nnen sowie einer therapeutischen Fachleitung.

 

Wir danken der Glückspirale für die großzügige Spende, mit der wir die Therapeutische Wohngruppe TWG III ausstatten konnten.

Gerne arbeiten wir mit Menschen aus LGBTIQ – Lebenswelten zusammen.


Neues aus den Therapeutischen Wohngruppen


Therapeutisches Klettern

Jugendliche, die in den TWGen und im TEW wohnen, haben die Möglichkeit, in Begleitung von Pädagog*innen, 1-2 Mal im Monat in der Kletterhalle oder an Kletterspots im Freien klettern zu gehen. Die Klettertermine werden durch eine erfahrene therapeutische Fachkraft vor- und nachbereitet. Aktuelle Themen und Übungen, wie Blindes Klettern, Dirigent, Schule des Vertrauens etc. werden mit den Jugendlichen vorbesprochen.

Beim therapeutischen Klettern geht es neben dem sportlichen Aspekt vor allem um verschiedene therapeutische und rehabilitierende Ansätze: Dazu gehören die Förderung der Fein- und Grobmotorik, Kraft, Ausdauer sowie der Reaktion und Belastbarkeit. Die Verbesserung der räumlichen Wahrnehmung, des Gleichgewichts, sowie des Körperschemas. Die Stärkung von Selbstvertrauen, sozialen Kompetenzen, Verantwortungsbewusstsein, Selbsteinschätzung sowie Selbstwirksamkeitserfahrungen. Die Jugendlichen lernen klare Ziele zu definieren, eine Handlungsplanung zu erstellen und Problemlösungsstrategien zu erarbeiten. Durch die aktive Erlebnisqualität werden Themen wie der Umgang mit der eigenen Angst, Aufmerksamkeitsregulation, Wirklichkeit, Grenzen, Vertrauen und Freude auf zum Teil spielerische Art bearbeitet.

Das therapeutische Klettern will die Entwicklung der jungen Menschen stärker unterstützen und ihnen zudem einen erlebnisreichen Sport nahebringen und somit mehr Lebensqualität und Lebensfreude entfachen.

Tagesgruppe Courage

Das Therapeutische Klettern wird durch die Werner-Coenen-Stiftung gefördert.