Skills Gruppen

Nach dem DBT-A Ansatz

Skills Gruppen (Skills-Training) werden ergänzend zur psychotherapeutischen Einzeltherapie durchgeführt. Skills-Training kann helfen, fehlangepasste Lösungsstrategien bzw. selbstschädigendes Verhalten  zu vermindern.

Jugendliche bzw. junge Erwachsene mit Störungen der Emotionsregulation und Verhaltensauffälligkeiten erlernen psychosoziale Fertigkeiten, die Ihnen in schwierigen Situation helfen sollen, innere Anspannungen wahrzunehmen, abzubauen und einen adäquaten Umgang mit Gefühlen zu entwickeln.

Skills-Gruppen

Skills Gruppen

Ein Therapeutisches Hilfeangebot Gemini

Das Skills-Training besteht aus einem Programm von 16 aufeinander aufbauenden, wöchentlichen Einheiten von jeweils zwei Zeitstunden. Dieser Gruppendurchlauf sollte zweimal durchlaufen werden, damit bleibende Veränderungen der Handlungsstrategien erreicht werden. Insgesamt sind es 32 Behandlungseinheiten á 2 Stunden pro Teilnehmer*in über den Zeitraum von ca. 1 Jahr.

Als Gruppenmodul wird das Skills-Training in Kleingruppen von 6 Jugendlichen unter der Anleitung von 2 ausgebildeten Fachkräften (Skills-Trainer*innen) durchgeführt. Die Skills-Trainer*innen sind durch ein DBT zertifiziertes Institut ausgebildet und qualifiziert.

Die 16 Einheiten orientieren sich dabei an den klassischen Modulen des Skills-Trainings:

  • Modul 1: Achtsamkeit
  • Modul 2: Stresstoleranz
  • Modul 3: Umgang mit Gefühlen
  • Modul 4: Zwischenmenschliche Fertigkeiten
  • Modul 5: Walking the middlepath

 

Das Projekt ist geeignet für

Zielgruppe sind junge Menschen zwischen 14 und 21 Jahren mit Störungen sowohl der Emotionsregulation – häufig emotional instabiler Persönlichkeitsstörungen (z.B. Borderline) – als auch vielen anderen Störungsbildern und Verhaltensauffälligkeiten. Häufig wird die Teilnahme an einer Skills- Gruppe durch Kliniken, Therapeut*innen oder Psychiater*innen empfohlen.

Zugelassen sind Bewohner*innen in Einrichtungen von Gemini als auch externe Bewerber*innen mit entsprechender Symptomatik und einer Kostenübernahme durch das Jugendamt (Einzelvereinbarung), sofern eine therapeutische Anbindung bei einer DBT erfahrenen Therapeutin besteht.

Die Jugendlichen sollten kognitiv und psychisch in der Lage sein, die Gruppensituation von 120 Minuten zu bewältigen. Ausschlusskriterien sind eine stoffgebundene Suchterkrankung und ausgeprägtes dissoziales Verhalten.

Was wir erreichen wollen

Ziel des Skills-Trainings ist es, nicht schädigende Fertigkeiten („Skills“) zur Emotionsregulation zu erlernen, um sie im Alltag in belastenden Situationen anzuwenden. Dadurch soll Schritt für Schritt ein Alternativverhalten aufgebaut werden. Das Skills-Training zeigt sich als Ergänzung zur Einzeltherapie, um deutliche Verminderungen von fehlangepassten Lösungsstrategien bzw. selbstschädigendem Verhalten erreichen zu können.

 

Wie wir arbeiten

Vor Beginn der Gruppe wird mit den Teilnehmer*innen ein Eingangsgespräch geführt. Die Trainer*innen sind während der Teilnahme im kontinuierlichen Austausch mit den behandelnden Einzeltherapeut*innen.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die enge Kooperation der Skills-Trainer*innen mit den Bezugsbetreuer*innen des jeweiligen Betreuungssettings. Hier werden Wege besprochen, wie eine Individualisierung der Skills und deren Anwendung, sowie Übungen im Alltag bestmöglich für den einzelnen jungen Menschen gemeinsam umgesetzt werden können.

 

Zugangswege und Finanzierung

Die Hilfen werden auf Grundlage von § 27 (3) des SGB VIII und § 35 a Leistungstyp 2 (ggfs. bei Einsatz einer sozialpädagog. Zweitkraft in Verbindung mit § 29 bzw. § 31 SGB VIII) gewährt.

Die Jugendlichen müssen der Teilnahme an der Gruppe zustimmen und eine Eigenmotivation mitbringen. Zu Beginn wird ein Antisuizidvertrag abgeschlossen, in dem die Jugendlichen sich verpflichten, im Zeitraum der Teilnahme am Skills-Programm am Leben bleiben zu wollen.