22.06.2017: Fortbildungs- und Teamfahrt für 300 Mitarbeiter*innen von Jugendwohnen im Kiez

„Was macht uns für Anforderungen stark?“ – ´Resilienz´, das Fachthema der diesjährigen Teamfahrt, betrifft alle Mitarbeiter*innen, ob bezogen auf die psychische Widerstandskraft im persönlichen Umfeld, im beruflichen Miteinander oder im Umgang mit zu Betreuenden. Da mutet das Motto der Fahrt anfangs fast befremdlich an: „Punk“! Anarchie – Jugendwohnen – Resilienz? Gunter Fleischmann schlägt einen Bogen von Punk als Jugendkultur, über die Gründung von Jugendwohnen 1979, bis hin zum Wohnprojekt für Punks in einem besetzten Haus. Heute fester Bestandteil des Trägers, welcher zur wirtschaftlichen Stärke von Jugendwohnen beiträgt.  


Michael Paul, Wirtschaftswissenschaftler, Coach und Psychotherapeut aus Schleswig Holstein berichtet in seinem Vortrag von Kindern und Jugendlichen auf Hawaii. Eine wissenschaftliche Untersuchung ging der Frage nach, wie man sich trotz widriger Umstände resilient entwickeln kann. Genetik oder Sozialisation? Wohl beides.


Wie „gedeiht“ man trotz widriger Umstände? Wie bleibt man gesund, trotz Stress und Belastung und steht wieder auf nach Krisen und Traumata?


(1) Akzeptanz, Selbstakzeptanz, Umgang mit Misserfolgen und Gegebenheiten sind Faktoren, die Menschen widerstandsfähig werden lassen. (2) Stressbewältigung, dafür steht Queen Elisabeth wie keine andere. Distanzfähigkeit, Regulation von Gefühlen und ´Nein sagen können´. Selbstfürsorge bedeutet auch ´Energieräuber´ zu entsorgen und ´Energiegeber´ zu suchen. Vinny Pazienza, der „tasmanische Teufel“, Weltmeister im Halb- und Leichtgewicht, lernt nach einem schwerem Unfall mit eisernem Willen, Bewusstsein für die eigene Stärke und Zuversicht, wieder laufen und boxen. Durch das Wissen um die Sinnhaftigkeit des eigenen Handelns, durch Mitbestimmung und Lernen aus Scheitern erreicht man (3) Selbstwirksamkeit. „Wir werden nie vergessen, wir werden aber vergeben.“ Nelson Mandela, erster schwarzer Präsident Südafrikas und Initiator der ´Wahrheitskommission´ zeigt, was Konfliktfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Beziehungsfähigkeit und damit (4) Soziale Kompetenz bewegen können. (5) Lösungsorientierung und (6) Handlungsfähigkeit gehen Hand in Hand: Prioritäten setzen, Kreativität und Flexibilität Raum geben, planvoll Vorgehen und Handlungspläne umsetzen – Helmut Schmidt, Innensenator von Hamburg, bringt 1962 während der Sturmflut Handelnde an einen Tisch. Er traut sich Entscheidungen in unbekannten Situationen zu treffen und verhindert verheerende Auswirkungen. Ein ´bewegter´ Lebensstil, motorische und koordinative Fähigkeiten und die positive Einstellung zu (7) Bewegung tragen zur physischen und psychischen Widerstandskraft bei. Werte identifizieren, sich im Team auf Werte einigen und dazu stehen – Für Kinder und Jugendliche bietet eine stabile und gelebte (8) Werteorientierung ihrer Betreuer*innen ´Sicherheit´ in konfliktbeladenen Situationen.


Als Mensch brauche ich Kompetenzen, um widerstandsfähig zu sein. Resiliente Mitarbeiter*innen stärken die Resilienz im Team und damit das resiliente System.

Wurden in den Workshops die Faktoren der Resilienz thematisch vertieft, ging es am Nachmittag um Punk. Punk im Konzert, Punk als Performance und Punk als Verkleidung – Was gemeinsam Spaß macht, macht gemeinsam stark!

 

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