Januar 2017: Einweihung von "Rückenwind" an der Prignitz-Schule

letzte Reihe von links: Hr. Seifried (SIBUZ), Hr. Heuel (SfBJF), Hr. Dr. Willner (St. Joseph Krankenhaus), Hr. Fleischmann (Jugendwohnen im Kiez-Jugendhilfe gGmbH), Hr. Schwarz (Jugendamt Tempelhof-Schöneberg), Fr. Spieler (Schulamt Tempelhof-Schöneberg), Hr. Dobe (SfBJF) | erste Reihe von links: Hr. Wolter (SIBUZ), Fr. Mennecken (Jugendwohnen im Kiez), Hr. Schworck (Bezirksamt Bildung, Gesundheit, Umwelt, Jugend), Fr. Mannkopf (Jugendamt Temeplhof-Schöneberg), Fr. Scupin (Prignitzschule), Fr. Oehler (Rückenwind)

Kleinklassen mit Tagesgruppenplätzen für psychisch erkrankte SchülerInnen als Brücke zwischen psychiatrischer Einrichtung und Schule

 

Am 20.01.2017 trafen sich die InitiatorInnen und NetzwerkpartnerInnen von Rückenwind zur offiziellen Einweihungsfeier an der Prignitz-Schule. „Es ist keineswegs selbstverständlich, dass so viele Akteure im  Zusammenspiel und in kurzer Zeit ein solches Projekt auf den Weg bringen.“ Gunter Fleischmann resümiert die beispielhafte Zusammenarbeit zwischen Schule, Jugendhilfe, Bezirk, Senat und Kinder- und Jugendpsychiatrie mit dem Ziel, einen Ort für psychisch erkrankte SchülerInnen zu schaffen, an dem sie sich nach einer akuten Krankheitsphase stabilisieren und wieder auf den Schulbesuch vorbereiten können.


„Psychisch erkrankte Kinder brauchen einen Ort,  an dem sie ein Stück weit aufgefangen werden…sie brauchen einen Schonraum“. Herr Seifried, ehemaliger Leiter des SIBUZ Tempelhof-Schöneberg, erklärt die hohe Nachfrage und auch den Bedarf nach exklusiven Schulplätzen, an denen Kinder außerhalb des Regelunterrichts betreut werden. Ca. 1000 PatientInnen kommen pro Jahr aus der Therapie und werden beschult. „Bei zwei Dritteln der Kinder und Jugendlichen funktioniert das, ein Drittel braucht einen ´Schutzraum´. Es fehlt die Brücke zwischen Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Regelschule.“  – Herr Heuel von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, findet es beispielhaft, dass mit „Rückenwind“ erstmalig ein an einer Berliner Schule angedocktes Projekt für psychisch erkrankte SchülerInnen im September an den Start ging.  

 
Wo steht Rückenwind heute, ein halbes Jahr später? ´Messbar´ geht der erste Schüler den Weg von der ´Schutzzone´ „Rückenwind“ zum Regelbetrieb Schule, spürbar hat das Projekt die Anlaufphase hinter sich gelassen: Die vier hell gestalteten Projekt-Räume im 1. Geschoss der Prignitz-Schule bieten Lern- und Entspannungszonen. Auch wenn jeder Tag neue Herausforderungen stellt, entwickeln sich „Alltagsroutinen“. SozialpädagogInnen, LehrerInnen und SchülerInnen greifen auf Standards und eingespielte Abläufe zurück. Individuelle Wochenpläne zielen auf eine Integration der SchülerInnen im eigenen Tempo. Rückenwind kommt so dem „Hamburger Modell für SchülerInnen“, das sich Frau Spieler, Schulrätin von Tempelhof-Schöneberg, für alle psychisch erkrankten SchülerInnen in Berlin wünscht, ein ganzes Stück näher.


Die „starke Kraft im Rücken spüren“  damit ´zeichnet´ Frau Spieler ein Bild, das alle Projektbeteiligten antreibt: psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen Halt geben und ihnen den Rücken bei der Integration in den regulären Schulalltag stärken.


Informationen zum Projekt


Das sonderpädagogische Projekt „Rückenwind“ verbindet teilstationäre Tagesgruppenplätze nach § 32 SGB VIII mit sonderpädagogischen Kleinklassen an der Prignitz-Schule in Berlin-Schöneberg. In zwei Kleingruppen mit jeweils sechs Plätzen werden Kinder und Jugendliche, die aufgrund einer psychischen Erkrankung über eine längere Zeit hinweg nicht mehr die Schule besuchen konnten, durch ein multiprofessionelles Team von LehrerInnen, sozialpädagogischen Fachkräften und einer Psychologin unterstützt. Ziele sind u.a. die Stärkung spezifischer Alltagskompetenzen und die Förderung der sozialen und schulischen Integration bzw. die Entwicklung alternativer Bildungswege.

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