Fachtag zum Thema „Kinder psychisch erkrankter Eltern – sehen, verstehen, Ressourcen entwickeln“

Am 01.07.2016 veranstaltete die Jugendhilfestation Kreuzberg der Jugendwohnen im Kiez – Jugendhilfe gGmbH gemeinsam mit dem Jugendamt Friedrichshain-Kreuzberg und der Projektgruppe am Campus Marianne einen Fachtag zum Thema „Kinder psychisch erkrankter Eltern – sehen, verstehen, Ressourcen entwickeln“ mit dem Fokus auf fachliche Unterstützung für die Arbeit mit psychisch erkrankten Familiensystemen.

Wenn Eltern psychisch erkranken, hat dies stets deutliche Auswirkungen auf das ganze Familiensystem – insbesondere die Kinder sind in vielfacher Weise davon betroffen. Die psychische Erkrankung der Eltern stellt häufig einen tabuisierten Hochrisikofaktor für die kindliche Entwicklung dar. Umso wichtiger ist es, die Kinder im Blick zu behalten und ihre Bedürfnisse als Angehörige psychisch erkrankter Menschen adäquat zu berücksichtigen.
Jugendwohnen im Kiez und das Netzwerk „Ressourcenentwicklung für Kinder von psychisch erkrankten Eltern“, zu dem sich Fachkräfte aus Kita, Schulen, bezirklichen Fachdiensten und Einrichtungen von Freien Trägern am Campus Marianne zusammengeschlossen haben, arbeiten seit 2013 zu den diesbezüglichen Fragestellungen:
Was brauchen Kinder, um sie zu entlasten und zu stärken? Wie können sie erreicht und unterstützt werden? An wen können sich Fachkräfte aus Kita, Schule und Jugendhilfe wenden? Welche Rolle spielen gesamtgesellschaftliche Mechanismen, wie bspw. die Stigmatisierung psychischer Krankheiten? Welche Haltung ist bei der Arbeit mit den Kindern und Eltern hilfreich? Wie kann Kooperation zwischen den Hilfesystemen gelingen und wie kann der Weg zu einem gemeinsamen Fallverständnis aussehen?


Ziel des Fachtages war es, den gemeinsamen Austausch und die Kooperation im Bezirk voranzutreiben und Impulse für neue Wege in eine gemeinsame Verantwortung von Jugendhilfe und Psychiatrie zu geben. Fachkräfte sollten zudem gestärkt und dafür sensibilisiert werden, dass die Bedürfnisse der sogenannten „vergessenen Kinder“ im Blick bleiben.
Dafür wurde ein breites Programm an Vorträgen und vor allem Workshops organisiert sowie eine Broschüre mit den gesammelten Materialien und Ergebnissen des seit drei Jahren andauernden gemeinsamen Dialog- und Lernprozesses der Projektgruppe am Campus Marianne zusammengestellt.
Dass dieses Thema für viele Mitarbeitenden aus Regeleinrichtungen, Kitas und Schulen, aus Jugend- und Familienhilfe sowie bezirklichen Diensten und Einrichtungen interessant ist, zeigte die große Resonanz auf die Ankündigung des Fachtages – die Zahl der Teilnahmeanfragen überstieg bei Weitem die der Raumkapazitäten des Familienzentrums Adalbertstraße.

Über 150 Fachkräfte aus Kita, Schule oder anderen Arbeitsfeldern wurden unterstützt und ermutigt, frühzeitig Hilfe anzubieten und eine zugewandte, hilfreiche Rolle bei der gesunden Entwicklung von Kindern und Jugendlichen einzunehmen.
Die Teilnehmenden zeigten sich begeistert und motiviert, die neuen Impulse in ihren Arbeitsalltag mitzunehmen und die initiierten Kooperationen weiterzuentwickeln. Die vielfältigen positiven Rückmeldungen bestärken die Projektgruppe am Campus Marianne darin, in besonderer Reflexion der Fachtagsergebnisse zu klären, wie diese hochwichtige Thematik im Bezirk auch weiterhin im Fokus behalten und angemessen bearbeitet werden kann.


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Weitere Inforamtionen:

Sabine Heitzmann

Regionalleitung ambulante Hilfen, Familienbildung, sozialräumliche und schulbezogene Projekte

Mariannenplatz 6, 10997 Berlin

Tel.: 030 6186722 | Fax: 030 6186694

 

heitzmann@jugendwohnen-berlin.de

 



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