TEW - Therapeutisches Einzelwohnen
Das Therapeutische Einzelwohnen bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit psychischen Problemen oder Erkrankungen ein Betreuungs- und Wohnangebot mit integrierter psychologischer Einzelberatung, Fallbegleitung des Teams und Gruppenarbeit.
Die Jugendlichen werden in den Trägerwohnungen mit einem erhöhten Betreuungsstundenumfang betreut und wohnen in Einzel- oder Zweierwohnungen. Neben der sozialpädagogischen und therapeutischen Betreuung und Beratung, ermöglicht ein Gruppenangebot sowie psychotherapeutische Einzelberatung eine intensiven Begleitung der Aufgenommenen.
Der sich in der Nähe befindende Treffpunkt ist Anlaufstelle, Büro, Kontaktmöglichkeit und Beratungszentrum für die Jugendlichen.
Zielgruppe
Aufgenommen werden 16 - 21jährige Jugendliche und junge Volljährige die:
- an ihren psychischen Problemen leiden
- soziale Phobien entwickelt haben
- im Umgang mit ihrer psychischen Problematik intensive Betreuung und soziales Training benötigen
- innerhalb eines Wohngruppensettings überfordert wären und dieses nicht annehmen können oder wollen
- noch keine Psychotherapie bei einem niedergelassenen Psychotherapeuten annehmen können
- erfolgreich in einer therapeutischen Wohngruppe betreut wurden und weiterhin noch sozialtherapeutische Unterstützung benötigen
- nicht ausreichend über ambulante Hilfen erreicht wurden
Wir setzen die Fähigkeit voraus, den Alltag trotz der psychischen Störung zu einem großen Teil selbst bewältigen zu können.
Zielsetzung
Die Zielsetzungen der Betreuung sind:
- Die weitere Verselbstständigung und Gesundung im Anschluss an eine Betreuung in der TWG.
- Die Entwicklung einer Lebensperspektive mit der psychischen Beeinträchtigung und mit so wenig Betreuung wie möglich
- Vorhalten eines auf die spezifischen Bedürfnisse der Jugendlichen individuell abgestimmtes und angepasstes Betreuungsangebot, welches eine Stabilisierung der Jugendlichen fördern und gewährleisten soll.
- Betreuung und Verselbstständigung von Jugendlichen, die von der Gruppensituation einer Wohngruppe überfordert wären, aber dennoch eine intensive Betreuung benötigen.
- Bearbeitung der psychischen Beeinträchtigung, Therapieanbindung
- Intensive Umfeldarbeit mit Helfern, Angehörigen und Freunden
- Überleitung in ambulante Betreuung, eigenen Wohnraum
- Erarbeitung einer schulischen oder beruflichen Perspektive
- Lebenswelterweiterung, Förderung der sozialen Kompetenzen durch Anbindung an einen Treffpunkt und Gruppenangebote.
Betreuung
Die aufgenommenen Jugendlichen werden durch eine oder ggf. zwei Fachkräfte betreut. Dieses geschieht aufsuchend in den Wohnungen oder im Treffpunkt des TEWs.
Der über das übliche Maß eines BEW erhöhte Stundenbedarf ermöglicht die Intensivierungen und Vertiefung der Betreuungsbeziehung. Verselbstständigung wird vorangetrieben; der Alltag wird nur mittelbar begleitet. Die Jugendlichen werden unterstützt bei der Entwicklung ei-nes angemessenen Körpergefühls, bei der Gestaltung ihres Alltages, Bewältigung der schulischen Arbeiten und außerschulischer Bildung. Peerarbeit, Kontaktförderung, Integration in das Wohn- und Arbeitsumfeld sind Elemente der Lebenswelterweiterung, die genutzt werden sollen um den Jugendlichen in gesunde soziale Gefüge einzubinden.
Die aufsuchende Betreuung beinhaltet, dass die Mitarbeiter in den Wohnungen die Richtlinien bestimmen, welche für das Leben in der Wohnung maßgebend sind und dies durch ihre Präsenz vor Ort unterstreichen. Das TEW ist kein niedrigschwelliges Angebot, da die Betreuer Beziehungen mit dem Jugendlichen führen und diese in dem betreuerischen Prozess Anforderungen an Zusammenarbeit ausgesetzt sind. Die Jugendlichen müssen bereit sein, sich auf diese Beziehungen einzulassen aber auch die Kontrollaufgaben der Betreuer zu akzeptieren.Die Beziehungsarbeit in der Betreuung fördert die gesunden und produktiven Persönlichkeitsanteile und bietet Halt und Sicherheit bei Krisen und Rückschlägen in der Entwicklung.
GEMINI versteht Beziehungsarbeit als reflektierenden pädagogischen Prozess, bei dem die Betreuer Arbeitsbeziehungen aufbauen, in welchen sie reale Beziehungsstrukturen (Gefühle, Konflikte, Nähe, Verlässlichkeit) mit den Jugendlichen aufbauen und innerhalb dieser Beziehung Veränderungen im Verhalten der Jugendlichen zu bewirken versuchen.In Krisenzeiten wird der Kontakt intensiviert, um einen Hilfeabbruch oder einen Klinikaufenthalt zu vermeiden. Zusätzlich zu der Krisenbereitschaft der Mitarbeiter arbeiten die Kollegen, der in der Nähe gelegenen Therapeutischen Wohngruppe bei Krisenintervention mit und können zeitnah Aufgaben übernehmen.

